Pararudern
Rudern ist eine der inklusivsten Sportarten überhaupt – weil das Boot trägt, was die Beine vielleicht nicht können. Ob Du einfach auf dem Wasser sein willst oder weißt, dass Du für mehr gemacht bist:
Beim ÖRV gibt es einen Weg für Dich.

Breitensport
Gemeinsam auf dem Wasser
Im Ruderverein gibt es kein separates Para-Training, keine abgetrennten Gruppen. Athlet:innen mit und ohne Behinderung trainieren zusammen, fahren gemeinsam auf Wanderfahrten und nehmen gleichwertig am Vereinsleben teil.
- Der ÖRV ist der einzige österreichische Sportverband, der Inklusions-Mannschaften bei Österreichischen Meisterschaften zulässt
- Eigene Inklusionsrennen bei nahezu jeder österreichischen Ruderregatta
- Bei Sternfahrten und Breitensport-Veranstaltungen zählt jeder Kilometer gleich – unabhängig von der Einschränkung
- Besonders für Rollstuhlsportler:innen: Rudern trainiert Zug, Ausdauer und aufrechte Sitzhaltung – als ideale Ergänzung zu anderen Disziplinen
Leistungssport
Dein Weg in den Kader
Wir werden nicht lügen: Leistungssport ist nicht für jeden. Aber wenn du weißt, dass du den Antrieb hast – dann ist fehlendes Ruder-Wissen kein Hindernis. Das lernt man.
Der ÖRV setzt bewusst auf wenige, dafür gezielte Schwerpunkte – mit realer Chance auf internationale Starts bei Weltcups, Europa- und Weltmeisterschaften sowie Paralympischen Spielen.
Es gibt zur Zeit 4 Trainingszentren in Wien, Oberösterreich, Vorarlberg und Kärnten mit der entsprechenden Ausstattung.
Unsere Schwerpunkte im Wettkampfrudern
Bei Weltmeisterschaften werden Pararuder-Bewerbe in neun Bootsklassen ausgetragen – bei Paralympischen Spielen sind es fünf. Wir versuchen nicht, alles abzudecken. Stattdessen konzentrieren wir uns auf zwei Klassen, in denen wir echte Erfahrung und echte Chancen haben.
PR3 Mix-4+
2 Frauen + 2 Männer + Steuermann/Steuerfrau – voller Bewegungsumfang, Rollsitz

Die PR3-Klasse ist das Rudern in seiner vollständigsten Form: Beine, Rumpf und Arme werden komplett eingesetzt – technisch ident mit dem Elite-Rudern. Wer hier startet, rudert nicht trotz seiner Einschränkung, sondern mit ihr.
Der Mix-Vierer ist unser Hauptprojekt. Wir bauen gezielt auf Mannschaftsstärke und suchen aktiv nach Athlet:innen mit der richtigen Klassifizierung – auch und besonders unter Quereinsteiger:innen.
Passt das zu dir? Typische Einschränkungen in der PR3
Die offizielle Klassifizierung durch World Rowing findet nur an wenigen Regatten pro Jahr statt. Einen ersten Anhaltspunkt gibt dieser Selbst-Check:
- Versteiftes Sprunggelenk (Arthrodese / Klumpfuß)
- Vorfußamputation (Trans-Metatarsal-Amputation)
- Amputation von drei Fingern auf einer Hand
- Plexusparese – schlaffe Lähmung oder Schwäche der Schulter-, Arm- oder Handmuskulatur
- Inkomplette Läsion auf Höhe S1
- Sehbehinderung B2/B3 (Sehschärfe zwischen 2/60 und 6/60 im besseren Auge)
Was du mitbringen musst
PR3-Ruderer:innen sind körperlich anspruchsvoll unterwegs. Du brauchst eine solide Ausdauer- und Kraftbasis, am besten aus mehreren Jahren Training, egal in welcher Sportart. Groß gewachsen zu sein ist ein Vorteil. Die Rudertechnik bringen wir dir bei.
PR1 1x
Rollstuhlklasse – Antrieb ausschließlich aus Armen und Schultern

Kein Rollsitz, keine Beinbewegung – der Vortrieb kommt allein aus Armen und Schultern. Das klingt nach Einschränkung, ist aber auch Stärke: Das Boot ist breit, stabil und verzeihend. Wer noch nie gerudert ist, findet hier einen überraschend leichten Einstieg – auch als größere oder schwerere Athlet:in.
Beim ÖRV haben wir in dieser Klasse bereits mehrere WM-Starter:innen betreut. Für den Einstieg steht auch ein Zweierboot zur Verfügung, in dem Trainer und Athlet:in gemeinsam auf dem Wasser sind.
Typische Einschränkungen in der PR1
- Beidseitige Amputation oberhalb des Knies
- Hüfteinschränkung, die eine Rumpfbeugung verhindert
- Hüftexartikulation (Beinamputation auf Höhe der Hüfte)
- Zerebralparese
- Inkomplette Querschnittslähmung ab T10
Wichtig zu wissen: Nicht jede Rollstuhl-Einschränkung passt in diese Klasse. Beim ersten Testtraining schauen wir gemeinsam und ehrlich, was möglich ist – im Breitensport genauso wie im Leistungssport.
Die drei Pararuder-Klassen
PR1
Beeinträchtigung: Schwerste Einschränkung; keine oder minimale Rumpffunktion
Ruderbewegung: Antrieb aus Armen und Schultern; kein Rollsitz
Typische Diagnosen:
- Querschnittslähmung ab T10
- beidseitige Oberschenkelamputation
- Zerebralparese
- Hüftexartikulation
PR2
Beeinträchtigung: Rumpf einsetzbar; beide Beine eingeschränkt
Ruderbewegung: Oberkörpereinsatz möglich; kein Rollsitz
Typische Diagnosen:
- Beidseitige Unterschenkelamputation
- Rückenmarksverletzung L1
- Knieversteifung
PR3
Beeinträchtigung: Geringste Einschränkung; Sehbehinderung möglich
Ruderbewegung: Voller Einsatz von Armen, Rumpf und Beinen; Rollsitz
Typische Diagnosen:
- Unterschenkelamputation
- Sehbeeinträchtigung
- eingeschränkte Beweglichkeit im Fuß- oder Handgelenk
- Plexusparese
Die 4 Trainingszentren
Wien
Schwerpunkt PR3-4x und PR1-1x
Wiener Ruderclub Pirat
Dampfschiffhaufen 65, 1220 Wien
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Trainer: Martin Orth
+43 664 1517722
Wels
Schwerpunkt PR1-1x
Ruderclub Wels
Prielstraße 2, 4600 Wels
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Trainer: Christian Tumeltshammer
+43 699 18797183
Bregenz
Schwerpunkt PR1-1x
Ruderverein Wiking Bregenz
Strandweg 40, 6900 Bregenz
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Kontakt: Christian Hechenberger, Theresa Köppel
Kärtnen
Im Aufbau
Das Trainingszentrum in Kärnten entsteht gerade. Wer Interesse hat, kann sich jetzt schon beim ÖRV melden – wir halten dich auf dem Laufenden.
Eine junge Disziplin mit großer Bühne
Was 2002 bei den Weltmeisterschaften in Sevilla als Randprogramm begann, ist heute fester Bestandteil des internationalen Rudersports. Seit 2005 ist Pararudern im Paralympischen Programm verankert, seit 2008 Teil der Paralympischen Spiele – zuerst in Peking, dann London, Rio, Tokio und Paris.
2016 in Rio gingen bereits 26 Nationen in vier Bootsklassen an den Start. Seit 2017 gilt die Wettkampfdistanz von 2.000 Metern – exakt dieselbe wie im Eliterudern. Para-Bewerbe sind heute in allen großen World-Rowing-Veranstaltungen integriert: Weltcups, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften.