Coastal
Rudern auf dem offenen Wasser
Wellen. Wind. Offenes Wasser. Kein geschütztes Regattabecken – sondern das Meer so wie es ist. Klingt nicht nach Österreich? Die Ergebnisse sprechen eine andere Sprache. 2024 stellte Österreich die Europameisterin und Weltmeisterin in der allgemeinen Klasse. 2025 die Europameisterin, die Vizeweltmeisterin – und im U19 Mixed Doppelzweier WM-Gold. Wer hier an den Start geht, braucht nicht nur Kraft und Technik, sondern Navigationsgefühl, Taktik und die Fähigkeit, in wechselnden Bedingungen schnell zu entscheiden. 2028 in Los Angeles ist der Beach Sprint olympisch. Österreich ist seit 2020 international dabei – und längst kein Außenseiter mehr.

Zwei Disziplinen – zwei völlig verschiedene Rennen
Beim Beach Sprint zählt jede Sekunde. Das Rennen beginnt mit einem 50-Meter-Laufsprint zum Boot, dann folgt ein 250-Meter-Slalomkurs um drei Bojen, eine 180-Grad-Wende und die Rückkehr an den Strand. Gesamtbelastung: rund drei Minuten. Das Aufstiegssystem startet mit einem Einzelzeitfahren – die schnellsten acht Boote sind direkt in der Knockout-Runde, acht weitere qualifizieren sich über einen zweiten Lauf. Ab dem Viertelfinale geht es Rennen für Rennen weiter. Beim Endurance Bewerb ist es Langstrecke auf dem offenen Meer, markiert durch Bojen. Vorläufe und B-Finale über 4 Kilometer, das A-Finale über 6 Kilometer. Massenstart mit bis zu 18 Booten – vom Strand oder von der Wasserlinie aus. Wer hier vorne landen will, rudert nicht einfach schnell. Er rudert klug.
Bootsklassen im Coastal Rowing
| Kategorie | Bootsklassen |
|---|---|
| Olympisch | CM1x, CW1x, CMix2x |
| Nicht-olympisch | CMix4x+, CM4x+, CW4x+, CM2x, CW2x |
| U19 | JM1x, JW1x, JM2x, JW2x, JMix2x |
Coastal-Boote sind breiter, schwerer und robuster als klassische Rennboote und verfügen über ein offenes Heck, durch das eingedrungenes Wasser abfließen kann. Gewichte: Einer 35 kg · Doppelzweier 60 kg · Doppelvierer mit Steuerperson mind. 150 kg.
Wettkämpfe
Weltmeisterschaften und Europameisterschaften werden jährlich ausgetragen. Jeweils als gemeinsame Veranstaltung, bei der U19 und offene Klasse am selben Ort starten, aber in eigenständigen Wettbewerben mit getrennter Wertung und gestaffeltem Programm. Im Beach-Sprint-Bereich bietet die Filippi Lido Trophy eine internationale Wettkampfserie über vier Stationen entlang der italienischen Küste, mit Preisgeld für die Gesamtwertung. Ein besonderer Saisonhöhepunkt ist ebenso der Challenge Prince Albert II in Monaco: Der Wettkampf gliedert sich in eine Langstrecke auf offenem Wasser und am Folgetag ein Sprint-Rennen im Hafen. Dies ist ein Treffpunkt der internationalen Elite im Herbst.
Einsteigen Coastal Rowing braucht kein Meer – der Einstieg findet auf ruhigem Wasser statt, die Technik ist dieselbe. Wer klassisches Rudern kann, hat eine gute Basis. Wer noch nie gerudert ist, fängt im Verein an.