45 Meistertitel in der Allgemeinen Klasse, bei den Juniorinnen und Junioren sowie bei Schülerinnen und Schülern, dazu 16 Masters-Bewerbe: Die 99. Österreichischen Staatsmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Wien haben gezeigt, wie breit der heimische Rudersport aufgestellt ist. Erfolgreichster Verein war der RV Wiking Linz mit 14 Titeln, davon neun in den zwölf olympischen Bootsklassen. Dahinter folgt der WRK Donau mit elf Titeln, fast alle davon im Nachwuchs. Und wer genauer hinsieht, findet quer durch alle Altersklassen Athletinnen und Athleten, die das Wochenende mit mehreren Goldmedaillen im Gepäck beendet haben.
Die Titel im Überblick
- RV Wiking Linz: 14
- WRK Donau: 11
- RV Albatros Klagenfurt: 5
- Union RV Pöchlarn: 4
- 1. WRC LIA: 4
- WSV Ottensheim: 3
- RV Wiking Bregenz, WRC Donaubund, WRC Pirat, RC Wels: je 1
(ohne Masters-Wertungen)
Die Mehrfachsiegerinnen und -sieger
Jeweils fünf Titel gewannen vier Athletinnen und Athleten des RV Wiking Linz. Katharina Nagler und Greta Haider siegten im Zweier, Doppelzweier, Vierer, Doppelvierer und Achter. Konrad Hultsch gewann Zweier, Vierer, Doppelvierer, Achter und den Leichtgewichts-Einer, dazu kam Silber im Doppelzweier.
Die Vierte ist eine Juniorin: Ella Valentina Nader (RV Wiking Linz, Jahrgang 2009) ruderte im siegreichen Frauen-Doppelvierer und im Frauen-Achter und gewann bei den Juniorinnen A zusätzlich Vierer, Zweier und Doppelvierer. Ihre Teamkollegin Carolin Krause (Jg. 2009) kommt auf vier Titel (Juniorinnen-A-Vierer, -Zweier und -Doppelvierer sowie Frauen-Achter).
Beim WRK Donau holte Felix Pruckner (Jg. 2010) die meisten Titel. Er gewann bei den Junioren B den Zweier, den Doppelzweier und den Vierer und saß im siegreichen Junioren-A-Achter. Dazu kamen Silber im Doppelvierer und Bronze im Einer: sechs Starts, sechs Medaillen, vier davon golden. Auch Konstantin Gotsmy und James Jackson (beide Jg. 2010) holten jeweils drei Titel.
Bei den Juniorinnen A prägten Esther Schöberl und Ava Prainsack (beide WRK Donau, Jg. 2008) das Wochenende. Gemeinsam gewannen sie den Doppelzweier und den Achter, dazu holte Schöberl den Einer-Titel und Prainsack den Titel im Leichtgewichts-Einer. Mit jeweils drei Silbermedaillen im Vierer, Zweier und Doppelvierer standen beide in jedem ihrer Rennen am Stockerl.
Ben Eckschlager (RV Wiking Linz, Jg. 2008) gewann den Junioren-A-Einer und holte als Junior zwei weitere Titel in der Allgemeinen Klasse: im Männer-Vierer und im Männer-Achter. Im Doppelzweier holte er an der Seite von Konrad Hultsch Silber.
Lilo Hager (RV Albatros Klagenfurt, Jg. 2012) gewann bei den Schülerinnen alle drei Bewerbe: den Einer (schon im Zeitfahren Schnellste von 22 Starterinnen), den Doppelzweier mit Annika Kohlmayr und den Doppelvierer. Kohlmayr (Jg. 2013) selbst kam auf zwei Titel und Einer-Bronze.
In der Allgemeinen Klasse der Männer gewann Lorenz Lindorfer (WSV Ottensheim) den Einer und mit Julian Schöberl den Doppelzweier.
Olympische Bootsklassen – Frauen
Im Frauen-Einer sicherte sich Laura Swoboda (WSV Ottensheim) den Staatsmeistertitel vor Chiara Halama (KRV Alemannia Korneuburg) und M. Laimböck (Salzburger RK Möve). Dahinter folgten Clara Berger (Ruder-Union Melk), Alexandra Schmid (WRC Pirat) und Alessia-Maria Gabor (WSV Ottensheim). Mit Hannah Keplinger holte Swoboda außerdem Silber im Zweier.
Den Zweier gewannen Katharina Nagler und Greta Haider (RV Wiking Linz) vor Hannah Keplinger/Laura Swoboda (WSV Ottensheim) und Anna Schäfer/Caroline Haginger (WRK Donau). Knapp ging es im Doppelzweier zu: Tabea Minichmayr und Caroline Schwendinger (Salzburger RK Möve) lagen bei 500 Metern vorne und blieben bis ins Ziel in Schlagdistanz zu Nagler/Haider. Bronze ging an Schäfer/Haginger.
Im Doppelvierer siegte der RV Wiking Linz (Isabella Baumann, Ella Nader, Greta Haider, Katharina Nagler) vor dem WRK Donau und dem RC Wels. Den Vierer gewann Wiking Linz mit Isabella Baumann, Emma Eckschlager, Katharina Nagler und Greta Haider vor dem WRK Donau und dem 1. WRC LIA. Auch im Achter lag Wiking Linz mit Steuermann Gerald Diplinger vor dem WRK Donau.
Olympische Bootsklassen – Männer
Im Einer gewann Lorenz Lindorfer (WSV Ottensheim) vor Mathias Mair (RV Seewalchen) und Bruno Bachmaier (1. WRC LIA). Harald Steininger (KRV Alemannia Korneuburg), Alexander Maderner (RV Friesen) und Christoph Spath (RV Villach) komplettierten das A-Finale, das B-Finale gewann Vinzenz Zwick (RV Albatros). Im Doppelzweier setzten sich Lindorfer und Julian Schöberl (WSV Ottensheim) gegen Konrad Hultsch/Ben Eckschlager (RV Wiking Linz) durch.
Im Zweier ohne Steuermann gewannen Konrad Hultsch und Jan Chladek (RV Wiking Linz). Julian Schöberl und Jakob Stadler (WSV Ottensheim) lagen bei 500 Metern noch vorne und holten Silber, knapp vor Mathias Mair und Alexander Hannes Stallinger-Huber (RV Seewalchen).
Den Doppelvierer gewann der RV Wiking Linz mit Hultsch, Xaver Haider, Vitus Haider und Chladek vor dem WRC Pirat und dem RV Albatros. Auch im Vierer wurde der WRC Pirat Zweiter hinter Wiking Linz (Hultsch, Vitus und Xaver Haider, Eckschlager), Bronze ging an den RC Wels.
Im Männer-Achter, dem traditionsreichsten Rennen der Meisterschaften, siegte der RV Wiking Linz mit Steuerfrau Lena-Maria Hofmayr vor dem 1. WRC LIA und dem WRK Donau.
Leichtgewichte
Den Leichtgewichts-Einer der Männer gewann Konrad Hultsch (RV Wiking Linz) vor Alexander Maderner (RV Friesen) und Justus Gschaider (LRV Ister). Bei den Frauen holte Rita Grill (RV Wiking Bregenz) den Titel vor Salome Orsini-Rosenberg (RV Albatros).
Inklusion und Pararowing
Ein besonderes Rennen des Wochenendes war das gemeinsame Finale der Pararowing-Klasse PR3 und der Inklusionsboote, in denen Athletinnen und Athleten mit und ohne Behinderung zusammen im Boot sitzen. Sehr gefreut hat uns, dass Maria Rauch-Kallat, Präsidentin des Österreichischen Paralympischen Committees, persönlich vor Ort war, um das Inklusionsrennen zu ehren.
Sportlich setzten sich Alexandra Schmid und David Erkinger (WRC Pirat) durch, vor Michelle Roy/Thomas Ebner (Renngemeinschaft Pirat/Gmunden) und Leo Reischl/Tanja Berger (WRC Pirat). Dahinter folgten Tina Reiskopf/Martin Moser (Renngemeinschaft Friesen/Spittal) und Lisa Maria Weber/Max Demmer (WRC Pirat). Drei der fünf Boote stellte allein der WRC Pirat.
Juniorinnen A
Der RV Wiking Linz gewann den Vierer vor dem WRK Donau, den Zweier (Carolin Krause/Ella Valentina Nader vor Ava Prainsack/Esther Schöberl, WRK Donau, und Magdalena Erlinger/Darina Andreevna Kishkina, WSV Ottensheim) sowie den Doppelvierer vor dem WRK Donau und dem RV Albatros. In beiden Linzer Großbooten saß Ella Schimpl, Jahrgang 2011 und damit eigentlich Juniorin B. Sie holte damit gleich zwei Titel in der höheren Altersklasse.
Den Doppelzweier holten Prainsack/Schöberl (WRK Donau) vor Sabine Pfaffeneder/Mia Profoß (Union RV Pöchlarn) und Elena/Lisa Schalk (VST Völkermarkt). Im Einer siegte Esther Schöberl vor Ella Leitner (RV Albatros) und Eva Buchacher (RV Villach), im Leichtgewichts-Einer Ava Prainsack vor Lia Marie Sommeregger (RV Albatros) und Laura Eibl (Salzburger RK Möve). Den Achter gewann der WRK Donau vor dem 1. WRC LIA, dessen Boot zum Teil mit Schülerinnen und Juniorinnen B besetzt war.
Junioren A
Ben Eckschlager (RV Wiking Linz) gewann den Einer vor Jonathan Klaritsch (RV Nautilus Klagenfurt) und Moritz Zenhäusern (WRK Donau). Im Leichtgewichts-Einer siegte Volodymyr Kuzmin (RV Albatros) vor Philipp Kolev (WRC Pirat) und Tim Brandstetter (KRV Alemannia Korneuburg).
Das engste Rennen der Junioren A war der Doppelvierer: Der WRK Donau (Zenhäusern, Alexander Rittenbacher, Nazarii Chaikovskyi, Andreas Bertagnoli) gewann knapp vor dem LRV Ister, Bronze ging an den 1. WRC LIA. Die LIA-Junioren Gabriel Colon und Janis Glantschnig holten dafür zwei Titel: im Zweier vor Zenhäusern/Chaikovskyi und gemeinsam mit Marcel Hofmann und Florian Hafergut im Vierer vor dem WRK Donau.
Im Doppelzweier gewannen Paul Gutsjahr und Elias Öckmayer (Union RV Pöchlarn) vor dem LRV Ister (Simon Campbell/Benedek Szeder) und dem WRC Pirat (Lennard Gunzer/Paul Oberbauer). Öckmayer, Jahrgang 2010, gewann damit als Junior B einen Titel bei den Junioren A. Den Achter gewann der WRK Donau vor dem RC Wels und dem 1. WRC LIA.
Juniorinnen B
Mia Profoß (Union RV Pöchlarn) gewann den Einer vor Madeleine Stenzel (RV Wiking Bregenz) und Flora Praschnig (RV Villach) und mit Florentina Lasselsberger auch den Doppelzweier, vor Dariia Nemchenko/Christin Ciara Cemper (WRK Donau) und Antonia Pirker/Lia Marie Sommeregger (RV Albatros). Mit Silber im Juniorinnen-A-Doppelzweier war Profoß auch eine Klasse höher erfolgreich.
Den Zweier gewannen Emma Milodanovic und Sophie Pointner (1. WRC LIA) vor dem WRK Donau und dem RC Wels, und auch den Vierer holte die LIA-Crew mit Emilia Mack-Winter und Laura Müller, wieder vor dem WRK Donau und dem RC Wels. Im Doppelvierer revanchierte sich der WRK Donau (Anna-Lena Bohrn, Islay Goldie, Cemper, Nemchenko) und gewann vor LIA und dem RV Albatros.
Junioren B
Das Einer-Feld war mit 22 Startern eines der größten der Meisterschaften. Nach Zeitfahren und vier Finalläufen setzte sich Elias Öckmayer (Union RV Pöchlarn) vor Konstantin Gotsmy und Felix Pruckner (beide WRK Donau) durch.
Die Mannschaftsboote dominierte der WRK Donau: Pruckner/Gotsmy gewannen den Zweier, Pruckner/James Jackson den Doppelzweier (vor Sebastian Mario Gruber/Emil Reitzinger, RC Wels, und Darian Roman Jost/Matteo Smole, RV Albatros), und im Vierer siegten Hasan Muratovic, Gotsmy, Pruckner und Jackson vor dem RC Wels und dem WRC Pirat. Nur im Doppelvierer war der RC Wels (Paul Niemetz, Martin Oberndorfer, Gruber, Reitzinger) schneller und gewann vor dem WRK Donau und dem RV Albatros.
Schülerinnen und Schüler
Neben Lilo Hagers drei Titeln gingen Medaillen auch nach Bregenz und Linz: Leyla Scherer-Özcan (RV Wiking Bregenz) holte Einer-Silber, Lucie Nader und Isabel Steiner (RV Wiking Linz) Silber im Doppelzweier. Im Doppelvierer siegte der RV Albatros (Sophia Bernthaler, Natalie Fritz, Kohlmayr, Hager) vor dem WRK Donau und dem 1. WRC LIA.
Bei den Schülern gewann Theodor Eberhart (RV Albatros) den Einer vor Fynn Jackson und Fabian Horak (beide WRK Donau). Im Doppelzweier drehten Horak und Jackson den Spieß um und siegten vor Darius Djahani/Eberhart und Oleksii Rohov/Valerian Payer (WRC Donaubund). Den Doppelvierer holte der WRC Donaubund (Leo Bösenhofer, Liam Harvey, Rohov, Payer) vor dem WRK Donau und dem WRC Pirat. Eberhart war übrigens auch bei den Junioren B im Doppelvierer am Start und holte dort Bronze.
Masters
In den Masters-Rennen über 1000 Meter wurde nach Altersklassen gewertet. Herausragend war Harald Hofmann (LRV Ister), der gleich vier Rennen gewann: den Vierer und den Doppelvierer der Klassen E–I, den Doppelzweier mit Heimo Hinterer und den Einer seiner Altersklasse D. Heimo Hinterer und Gunther Sames standen ebenfalls mehrfach ganz oben.
Weitere Siege in den Masters-Klassen gingen an Michael Humpolec/Oliver Komaromy (RV Wiking Linz) im Zweier und Doppelzweier, Marko Milodanovic/Markus Schützelhofer (Renngemeinschaft Donaubund/Spittal) im Doppelzweier Klasse C, die KRV Alemannia Korneuburg im Doppelvierer A–D, die Renngemeinschaft Donaubund/LIA im Achter sowie in den Einern Philipp Brandstetter (RV Villach), Markus Schützelhofer (RV Wiking Spittal) und Franz Fassl (RV Normannen Klosterneuburg). Bei den Frauen gewannen der 1. WRC LIA im Doppelvierer E–I, Mirta Buchinger-Cvar/Martina Schiller (WRC Donaubund) sowie Doris Kahler/Monica Schechtner (RV Normannen) im Doppelzweier, Kristina Kiesel/Sara Lambing (1. WRC LIA) im Zweier, Ivana Bacanovic (1. WRC LIA) im Einer sowie mehrere Renngemeinschaften im Doppelvierer, Doppelzweier und Achter.
Ausblick
Der ÖRV gratuliert allen Staatsmeisterinnen und Staatsmeistern, Meisterinnen und Meistern sowie allen Medaillengewinnerinnen und -gewinnern. Ein besonderer Dank gilt den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, den Helferinnen und Helfern sowie dem Veranstalter. Im kommenden Jahr steht die 100. Auflage der Staatsmeisterschaften an.





Sämtliche Siegerehrungsfotos werden im nächsten RuderReport veröffentlicht.
Bericht: Sebastian Kabas/ÖRV